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Medienmitteilung - Detail
Zürich, 28. September 2006
Effiziente Strassenbeleuchtung: St. Gallen top, Freiburg und Genf ein Flop
Die verschwenderischste Kantonshauptstadt braucht für die Beleuchtung ihrer Strassen sechs Mal mehr Strom als die sparsamste, deckt eine neue WWF-Studie auf. Und: Mit einer effizienten Beleuchtung könnten die Schweizer Steuerzahler jedes Jahr 80 Millionen Franken sparen.
Beim Stromverbrauch für die Strassenbeleuchtung gibt es je nach Ort riesige Unterschiede. Das zeigt eine Umfrage unter den Kantonshauptstädten, die der WWF zusammen mit der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (SAFE) durchgeführt hat. Demnach funktioniert die Beleuchtung in St. Gallen am effizientesten. Dort genügen 8 Megawattstunden (MWh), um einen Kilometer Strasse ein Jahr lang zu beleuchten. Dahinter folgt Schwyz mit 12 MWh (siehe Grafik auf www.wwf.ch/fotos).

Das Schlusslicht bildet Freiburg, das pro Strassenkilometer und Jahr 45 MWh Strom verbraucht – mehr als das Siebenfache von Sarnen. Etwas besser schneiden Genf und Zürich mit 38 respektive 30 MWh ab. Zum Vergleich: SAFE gibt als akzeptablen Höchstwert 12 MWh pro Kilometer und Jahr an. Keine Angaben zum Energieverbrauch konnten Appenzell, Delsberg JU, Herisau AR und Liestal BL machen. Aarau und Schaffhausen haben auf die Umfrage nicht geantwortet; ihre Werte wurden aus anderen Quellen eingefügt.

Mit einer effizienten Strassenbeleuchtung liesse sich der Stromverbrauch laut Studie um durchschnittlich 50 Prozent senken – ohne Komforteinbusse. Gemäss einer Hochrechnung des WWF könnten die Steuerzahler so jährlich rund 80 Millionen Franken sparen. Und das Klima würde erst noch um 60'000 Tonnen CO2 entlastet. Deshalb hat der WWF kürzlich alle 2'732 Schweizer Gemeinden schriftlich aufgefordert, die Effizienz ihrer Beleuchtung zu überprüfen und nötigenfalls zu verbessern.

Das können die Gemeinden erreichen, indem sie Quecksilber- durch effiziente Natriumdampflampen ersetzen – eine Investition, die sich laut Experten schon nach drei bis fünf Jahren auszahlt. Viel Strom sparen lässt sich aber auch, indem die Beleuchtung zu bestimmten Nachtzeiten teilweise ausgeschaltet oder gedimmt wird. Erst wenig verbreitet sind laut der Umfrage elektronische Vorschaltgeräte, die den Stromverbrauch reduzieren, die Lichtausbeute erhöhen und die Lebensdauer der Lampen verlängern. Sie sind bisher nur an fünf Orten im Einsatz.

Wer wissen will, wie seine Wohngemeinde punkto Beleuchtungseffizienz abschneidet, kann unter www.topten.ch/sb „Aktuelle Resultate“ anklicken und die Postleitzahl eingeben. Aufgeführt sind die Städte, die an der Umfrage teilgenommen haben, sowie einige Gemeinden mit dem Label „Energiestadt“, einer Auszeichnung für Gemeinden mit nachhaltiger Energiepolitik.

Kontakt:
Felix Meier, Leiter Konsum und Wirtschaft, WWF Schweiz, 079 631 29 07, felix.meier@wwf.ch  
Giuse Togni, Expertin für öffentliche Beleuchtung, S.A.F.E., 044 273 08 61, giuse.togni@eteam.ch 

Berichtigung:
Die Gemeinde Sarnen, ursrpünglich an erster Stelle genannt, weist den WWF darauf hin, dass nicht ihr ganzes Strassennetz beleuchtet ist und der Stromverbrauch pro Kilometer beleuchtete Strasse deshalb höher sei als in der Studie angegeben. Der erste Platz gebühre somit St. Gallen. „Wir werden alles tun, um das nächste Mal einen Spitzenplatz zu belegen“, verspricht Kurt Britschgi, Abteilungsleiter Ver- und Entsorgung von Sarnen.
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Strassenlampe Strassenlampe
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